Zeckenkrankheiten in Deutschland: FSME- und Borreliose-Fallzahlen im Überblick

TickSpot Ratgeber · August 2026

Kurz gesagt: FSME ist die einzige durch Zecken übertragene Krankheit, die in Deutschland bundesweit meldepflichtig ist und seit 2001 lückenlos erfasst wird — 2025 waren es 693 Fälle. Für Borreliose gibt es dagegen keine bundesweite Zahl, weil nur 9 der 16 Bundesländer eine Meldepflicht haben. Beide Zahlenreihen stammen aus offiziellen RKI-Veröffentlichungen und sind unten mit Quellen belegt.

FSME: die einzige bundesweit erfasste Zeckenkrankheit

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist seit 2001 in ganz Deutschland meldepflichtig, das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht die Fallzahlen jährlich im Epidemiologischen Bulletin:

Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr teils stark — abhängig unter anderem vom Wetter und davon, wie viele Zecken aktiv sind. Die vollständige Jahr-für-Jahr-Reihe seit 2001 veröffentlicht das RKI in seinem SurvStat@RKI-Portal und den jährlichen Infektionsepidemiologischen Jahrbüchern.

FSME-Risikogebiete: wo das Risiko amtlich festgestellt ist

Das RKI stuft jährlich Landkreise als FSME-Risikogebiete ein, sobald dort ausreichend viele Fälle aufgetreten sind. Die Zahl steigt seit Jahren:

Verteilung nach Bundesland (Risikogebiete von insgesamt vorhandenen Landkreisen, Stand Januar 2026):

Der Trend geht klar Richtung geografischer Ausweitung: Sachsens erstes Risikogebiet wurde erst 2014 ausgewiesen, Brandenburgs erste sogar erst 2024. Mehr zum saisonalen Verlauf und wie du deinen Check daran anpasst, steht in „Zeckensaison in Deutschland".

Borreliose: warum es keine bundesweite Zahl gibt

Anders als FSME ist die Lyme-Borreliose nicht bundesweit meldepflichtig. Nur 9 der 16 Bundesländer haben eine eigene Meldepflicht eingeführt: Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen — zusammen rund 42 % der deutschen Bevölkerung. Eine bundesweite amtliche Gesamtzahl existiert deshalb schlicht nicht.

Für diese 9 Bundesländer liegen belastbare Zahlen aus einer wissenschaftlichen Auswertung vor: Zwischen 2013 und 2017 wurden dort insgesamt 56.446 Fälle gemeldet — im Schnitt rund 11.289 pro Jahr, mit einer Inzidenz zwischen 26 pro 100.000 Einwohner (2015) und 41 pro 100.000 (2013).

Daneben gibt es eine ganz andere Schätzung: Auf Basis von Abrechnungsdaten aus Arztpraxen geht das RKI von bundesweit rund 214.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr mit einer dokumentierten Borreliose-Diagnose aus. Wichtig: Das ist keine Meldezahl, sondern eine ganz andere Methodik — sie zählt ärztlich gestellte Diagnosen, auch ohne Laborbestätigung, und lässt sich deshalb nicht direkt mit der Melde-Zahl von rund 11.000 pro Jahr vergleichen.

Was das für dich bedeutet

Auch ohne exakte bundesweite Borreliose-Zahl gilt: Beide Krankheiten kommen in Deutschland real vor, und das Risikogebiet für FSME wächst geografisch weiter. Der wirksamste Hebel bleibt unabhängig von der genauen Statistik derselbe — Zecken früh finden und richtig entfernen. Wie das geht, steht in „Zecke richtig entfernen" und „Zeckenstich — was jetzt zu tun ist".

Der erste Schritt bleibt immer derselbe: die Zecke möglichst schnell finden. TickSpot hilft dabei — kostenlos, ohne Anmeldung.

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Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine medizinische Beratung. Für die jeweils aktuellsten Zahlen und Risikogebiets-Karten sind die Veröffentlichungen des RKI maßgeblich, bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.