Zeckenkrankheiten in Deutschland: FSME- und Borreliose-Fallzahlen im Überblick
Kurz gesagt: FSME ist die einzige durch Zecken übertragene Krankheit, die in Deutschland bundesweit meldepflichtig ist und seit 2001 lückenlos erfasst wird — 2025 waren es 693 Fälle. Für Borreliose gibt es dagegen keine bundesweite Zahl, weil nur 9 der 16 Bundesländer eine Meldepflicht haben. Beide Zahlenreihen stammen aus offiziellen RKI-Veröffentlichungen und sind unten mit Quellen belegt.
FSME: die einzige bundesweit erfasste Zeckenkrankheit
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist seit 2001 in ganz Deutschland meldepflichtig, das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht die Fallzahlen jährlich im Epidemiologischen Bulletin:
- 2025: 693 Fälle
- 2024: 695 Fälle (3 Todesfälle)
- 2020: 718 Fälle — das bisherige Rekordjahr
- 2012: 195 Fälle — der bisherige Tiefstand
- Median seit 2001: rund 420 Fälle pro Jahr
- Insgesamt 2001–2025: 9.378 gemeldete Fälle
Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr teils stark — abhängig unter anderem vom Wetter und davon, wie viele Zecken aktiv sind. Die vollständige Jahr-für-Jahr-Reihe seit 2001 veröffentlicht das RKI in seinem SurvStat@RKI-Portal und den jährlichen Infektionsepidemiologischen Jahrbüchern.
FSME-Risikogebiete: wo das Risiko amtlich festgestellt ist
Das RKI stuft jährlich Landkreise als FSME-Risikogebiete ein, sobald dort ausreichend viele Fälle aufgetreten sind. Die Zahl steigt seit Jahren:
- Stand Januar 2026: 185 Landkreise als Risikogebiet eingestuft
- Stand Januar 2025: 183 Landkreise — ein Zuwachs von 2 (Landkreis Nordsachsen, Stadtkreis Halle/Saale)
Verteilung nach Bundesland (Risikogebiete von insgesamt vorhandenen Landkreisen, Stand Januar 2026):
- Bayern: 95 von 96
- Baden-Württemberg: 43 von 44
- Thüringen: 13 von 23
- Sachsen: 11 von 13
- Hessen: 10 von 26
- Brandenburg: 5 von 18
- Sachsen-Anhalt: 3 von 14
- Niedersachsen: 2 von 46
- Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz: je 1
- Saarland: 1 von 6
Der Trend geht klar Richtung geografischer Ausweitung: Sachsens erstes Risikogebiet wurde erst 2014 ausgewiesen, Brandenburgs erste sogar erst 2024. Mehr zum saisonalen Verlauf und wie du deinen Check daran anpasst, steht in „Zeckensaison in Deutschland".
Borreliose: warum es keine bundesweite Zahl gibt
Anders als FSME ist die Lyme-Borreliose nicht bundesweit meldepflichtig. Nur 9 der 16 Bundesländer haben eine eigene Meldepflicht eingeführt: Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen — zusammen rund 42 % der deutschen Bevölkerung. Eine bundesweite amtliche Gesamtzahl existiert deshalb schlicht nicht.
Für diese 9 Bundesländer liegen belastbare Zahlen aus einer wissenschaftlichen Auswertung vor: Zwischen 2013 und 2017 wurden dort insgesamt 56.446 Fälle gemeldet — im Schnitt rund 11.289 pro Jahr, mit einer Inzidenz zwischen 26 pro 100.000 Einwohner (2015) und 41 pro 100.000 (2013).
Daneben gibt es eine ganz andere Schätzung: Auf Basis von Abrechnungsdaten aus Arztpraxen geht das RKI von bundesweit rund 214.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr mit einer dokumentierten Borreliose-Diagnose aus. Wichtig: Das ist keine Meldezahl, sondern eine ganz andere Methodik — sie zählt ärztlich gestellte Diagnosen, auch ohne Laborbestätigung, und lässt sich deshalb nicht direkt mit der Melde-Zahl von rund 11.000 pro Jahr vergleichen.
Was das für dich bedeutet
Auch ohne exakte bundesweite Borreliose-Zahl gilt: Beide Krankheiten kommen in Deutschland real vor, und das Risikogebiet für FSME wächst geografisch weiter. Der wirksamste Hebel bleibt unabhängig von der genauen Statistik derselbe — Zecken früh finden und richtig entfernen. Wie das geht, steht in „Zecke richtig entfernen" und „Zeckenstich — was jetzt zu tun ist".
Der erste Schritt bleibt immer derselbe: die Zecke möglichst schnell finden. TickSpot hilft dabei — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zecken-Check startenQuellen
- Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 9/2026 — FSME-Fallzahlen und Risikogebiete, Stand Januar 2026
- Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 9/2025
- Enkelmann J, Böhmer M, Fingerle V, et al.: „Incidence of notified Lyme borreliosis in Germany, 2013–2017", Scientific Reports 8, 14976 (2018)
- Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste: WD 9-3000-006/20 zur Meldepflicht von Borreliose
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine medizinische Beratung. Für die jeweils aktuellsten Zahlen und Risikogebiets-Karten sind die Veröffentlichungen des RKI maßgeblich, bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.