Zeckensaison in Deutschland 2026 — die Risiko-Monate
Kurz gesagt: Zecken werden laut Behörden schon ab etwa 4 bis 7 Grad aktiv; ihre Hauptzeit liegt im Frühjahr und Herbst. Weil milde Winter häufiger werden, kann man sich inzwischen das ganze Jahr über eine Zecke einfangen — ein Check nach dem Waldspaziergang lohnt also auch im Dezember.
Ab wann Zecken aktiv sind
Zecken richten sich nach der Temperatur, nicht nach dem Kalender. Wie warm es sein muss, geben die Behörden unterschiedlich an, und wir glätten das nicht:
- Das Umweltbundesamt nennt für den Gemeinen Holzbock, die häufigste Art, mindestens 4 °C.
- Das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege nennt etwa 5 bis 7 Grad.
Für den Alltag ist der Unterschied klein: Schon an einem milden Wintertag oder im zeitigen Frühjahr kann eine Zecke im Gras warten. Wer nur „ab Mai" an Zecken denkt, sucht zu spät.
Der Jahresverlauf
- Frühjahr: Mit den ersten milden Wochen beginnt die erste Hauptzeit. Laut Hessischem Landesamt sind dann besonders viele Nymphen unterwegs — die kleinen, ein bis zwei Millimeter großen Zecken, die am leichtesten übersehen werden. Wie klein sie sind, zeigt „Wie sehen Zecken aus?“.
- Sommer: Bei Hitze und Trockenheit sinkt die Zahl der Zecken. Das Robert Koch-Institut schreibt, dass trockenere Witterung ihre Dichte vermindert. Im schattigen Wald, an Bachläufen und im feuchten Unterholz bleiben sie aber aktiv.
- Herbst: die zweite Hauptzeit, sobald es wieder kühler und feuchter wird.
- Winter: Bei Frost ruhen Zecken, an milden Tagen werden sie wieder aktiv. Ein zeckenfreier Winter ist keine verlässliche Regel mehr.
Das deckt sich mit dem Umweltbundesamt, das den Holzbock als ganzjährig auftretend beschreibt, vorrangig im Frühjahr und Herbst.
Warum sich die Saison verlängert
Das Umweltbundesamt schreibt, dass der Holzbock seine Aktivitätsperiode im Zuge des Klimawandels ausdehnt. Das Hessische Landesamt für Gesundheit nennt einen Grund: Ohne langanhaltenden Dauerfrost sterben kaum noch Zecken ab, sodass im zeitigen Frühjahr zahlreiche Nymphen angetroffen werden. Das Robert Koch-Institut ergänzt einen zweiten Faktor, der mit uns zu tun hat: Bei höheren Temperaturen halten sich Menschen öfter in Natur und Garten auf — und damit öfter dort, wo Zecken warten.
Wärmer heißt dabei nicht automatisch „mehr Zecken überall": Trockenere Witterung vermindert laut RKI ihre Dichte. Was sich verlässlich ändert, ist die Länge der Zeit, in der man mit Zecken rechnen muss.
Was das für deinen Zecken-Check bedeutet
- Frühjahr bis Herbst: nach jedem Aufenthalt im Grünen fest einplanen — die Routinen für Kinder, für Hund und Katze und für den Selbst-Check.
- Im Winter: nach Spaziergängen an milden Tagen, besonders im Wald und am Wiesenrand, und vor allem beim Hund, der durchs Unterholz streift.
- Ganzjährig: vorbeugen statt nur suchen — zu Hause mit „Zecken im Garten vermeiden", unterwegs mit Kleidung und Repellent, siehe „Zeckenschutz für Menschen".
FSME-Risikogebiete legt das Robert Koch-Institut jedes Jahr neu fest; welche Kreise dazugehören, ändert sich. Bei Unsicherheit lohnt ein Blick auf die aktuelle RKI-Karte oder ein Gespräch in der Arztpraxis. Wie sich die Fallzahlen entwickeln, steht in „FSME- und Borreliose-Fallzahlen in Deutschland".
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Zecken-Check startenHäufige Fragen
Ab wie viel Grad sind Zecken aktiv?
Die Angaben der Behörden liegen zwischen 4 und 7 Grad. Das Umweltbundesamt nennt für den Gemeinen Holzbock mindestens 4 °C, das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege etwa 5 bis 7 Grad. Praktisch heißt das: Schon an milden Tagen im Winter oder zeitigen Frühjahr kann man sich eine Zecke einfangen.
Wann ist Zeckensaison in Deutschland?
Die Hauptaktivität liegt im Frühjahr und im Herbst, wie Umweltbundesamt und das Hessische Landesamt für Gesundheit übereinstimmend schreiben. Weil milde Winter häufiger werden, lassen sich inzwischen aber das ganze Jahr über Zecken antreffen.
Gibt es im Winter Zecken?
Ja. Bei Frost ruhen sie, an milden Tagen werden sie wieder aktiv. Laut dem Hessischen Landesamt für Gesundheit sterben ohne langanhaltenden Dauerfrost kaum noch Zecken ab, sodass im zeitigen Frühjahr zahlreiche Nymphen unterwegs sind.
Warum sind im Hochsommer manchmal weniger Zecken unterwegs?
Weil Zecken Feuchtigkeit brauchen. Laut Robert Koch-Institut vermindert trockenere Witterung die Dichte der Zecken; bei Hitze und Trockenheit ziehen sie sich in schattige, feuchtere Bereiche zurück. Im Wald und an Bachläufen bleibt das Risiko deshalb auch im Sommer bestehen.
Quellen
- Umweltbundesamt: Vorsicht vor Schildzecken (aktiv ab mindestens 4 °C, längere Aktivitätsperiode im Klimawandel; Stand 03.08.2021)
- Umweltbundesamt: Schildzecken (ganzjährig, vorrangig Frühjahr und Herbst; Stand 04.09.2026)
- Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege: Zecken (aktiv ab etwa 5 bis 7 Grad, Hauptaktivität Frühjahr und Herbst, Nymphen nach milden Wintern)
- Robert Koch-Institut: FAQ Zecken (Klima und Zeckendichte, menschliches Verhalten, Nymphengröße)
Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine, saisonale Orientierung und ersetzt keine aktuellen offiziellen Risikogebiets-Angaben oder medizinische Beratung.