Hund und Katze nach Zecken absuchen — mit dem Smartphone
Kurz gesagt: Bei Hund und Katze sitzen Zecken vor allem dort, wo das Fell dünn und die Haut weich ist — Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch und Innenseiten der Beine. Ein kurzer Check nach jedem Spaziergang findet die meisten, bevor sie sich festsaugen: Fell scheiteln, Kamera drauf, Stelle für Stelle.
Die Hotspots bei Hund und Katze
- Kopf und Schnauze — besonders um Augen und Lefzen
- Ohren — außen, am Ansatz und in der Ohrmuschel
- Hals und Brust — unter dem Halsband nachsehen
- Achseln und Leisten — warm, geschützt, dünn behaart
- Bauch und Zehenzwischenräume
Warum gerade nach dem Spaziergang: Die meisten Zecken warten laut Robert Koch-Institut weniger als einen Meter über dem Boden, häufig nur 10 bis 50 Zentimeter, und werden beim Vorbeistreifen abgestreift. Das ist genau die Höhe, in der ein Hund durchs Gras läuft.
So klappt der Fell-Check beim Hund
- Feste Routine: direkt nach dem Spaziergang, den Hund ins Sitzen oder Liegen bringen. Viele Hunde nehmen das schnell als Streicheleinheit.
- Erst tasten: mit leichtem Druck gegen die Fellrichtung streichen. Kleine Erhebungen, die sich wie ein Krümel anfühlen, sind Kandidaten.
- Dann scheiteln und hinsehen: mit einer Hand das Fell teilen, sodass ein Streifen Haut frei wird, mit der anderen die Kamera von TickSpot 10 bis 15 Zentimeter darüber halten. Streifen für Streifen weiterwandern.
- Licht an bei dunklem oder dichtem Fell — das Licht der App verbessert den Kontrast.
- Einfrieren statt festhalten: verdächtige Stelle? Bild einfrieren, heranzoomen und in Ruhe prüfen, während der Hund sich bewegen darf.
Warum die Kamera mehr findet als die Finger: Beim Tasten fallen Zecken oft erst auf, wenn sie schon festgesaugt und dick sind. Noch flache Zecken, die im Fell umherlaufen, sind dagegen kaum zu ertasten — in der invertierten Ansicht heben sie sich als heller Punkt von Haut und Fell ab, und du entfernst sie, bevor sie stechen.
Bei der Katze: kurze Einheiten statt Großinspektion
Katzen haben wenig Geduld für langes Absuchen. Besser funktionieren kurze Einheiten von 20 bis 30 Sekunden, immer wenn die Katze ohnehin zum Schmusen kommt: beim Streicheln das Fell sanft gegen den Strich schieben und die Kamera darüber halten — für die Katze fühlt es sich wie Kraulen an. Wird sie unruhig, das Bild einfrieren und am Standbild weiterprüfen; beim nächsten Schmusen dort weitermachen, wo du aufgehört hast.
Besonders lohnt der Blick an Kopf, Stirn, Ohren, Kinn und Hals. Dort kommt die Katze beim Putzen mit der Zunge nicht hin. Bauch und Achseln nur, wenn sie Bauchkraulen mag.
Zecke gefunden?
Entferne sie mit Zeckenzange, Zeckenkarte oder feiner Pinzette: hautnah greifen, langsam und gleichmäßig herausziehen, nicht quetschen und nichts drauftropfen — die Methode steht in „Zecke richtig entfernen". Die Stichstelle danach im Blick behalten; welche Anzeichen sofort in die Praxis gehören, steht in „Zeckenstich beim Hund — wann zum Tierarzt?", welche Krankheiten Zecken übertragen können, in „Können Zecken Krankheiten auf Hund und Katze übertragen?".
Wichtig für Katzenhalter: Zeckenmittel für Hunde nie bei Katzen anwenden. Manche enthalten Permethrin, und das ist für Katzen giftig, weil sie den Stoff nicht abbauen können; Vergiftungen entstehen laut Kleintierklinik der Universität Gießen in der Regel genau so. Schutzmittel nur nach tierärztlicher Beratung.
Diskutiert ihr zu Hause eher über den Tierarzttermin als über die Zecke? Dann hilft vielleicht „Wenn der Zeckenstich zum Streit wird".
Nach dem nächsten Spaziergang: TickSpot läuft kostenlos im Browser deines Handys — mit Licht und Zoom, alle Bilder bleiben auf deinem Gerät.
Fell-Check startenHäufige Fragen
Wie oft sollte ich meinen Hund nach Zecken absuchen?
Nach jedem Spaziergang durch Wiese, Wald oder hohes Gras. Laut RKI warten die meisten Zecken weniger als einen Meter über dem Boden, häufig nur 10 bis 50 Zentimeter — genau in der Höhe, in der ein Hund durchs Gras läuft.
Darf ich ein Zeckenmittel für Hunde bei meiner Katze verwenden?
Nein. Manche Mittel für Hunde enthalten Permethrin, und das ist für Katzen giftig, weil sie den Stoff nicht abbauen können. Vergiftungen entstehen laut Kleintierklinik der Universität Gießen in der Regel genau so: durch Hunde-Präparate, die bei Katzen angewendet werden. Schutzmittel nur nach tierärztlicher Beratung.
Wie bekomme ich eine Zecke aus dem Fell meines Hundes?
Fell scheiteln, bis die Stelle sichtbar ist, an der die Zecke in der Haut steckt, dann mit Zeckenzange, Zeckenkarte oder feiner Pinzette hautnah greifen und langsam und gleichmäßig ziehen. Nicht quetschen und vorher nichts draufgeben.
Wann muss ich mit dem Hund nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?
Wenn die Stichstelle sich entzündet, ein Rest nicht herauskommt oder der Hund in den Tagen und Wochen danach Fieber, Mattigkeit oder auffälligen Urin zeigt. Die Einzelheiten stehen im Artikel „Zeckenstich beim Hund — wann zum Tierarzt?".
Quellen
- Robert Koch-Institut: FAQ Zecken (Wartehöhe der Zecken, Abstreifen beim Vorbeigehen)
- Justus-Liebig-Universität Gießen, Kleintierklinik: Permethrinvergiftung bei Katze und Hund
- ESCCAP Deutschland: Vektorübertragene Krankheiten bei Hunden und Katzen
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei festsitzenden Zecken, die sich nicht entfernen lassen, Entzündungen oder Verhaltensänderungen des Tieres tierärztlichen Rat einholen.